Urner Granit

Wenn’s mal wieder länger dauert auf der Gotthardroute (N2)…
Die erste Klettermöglichkeit bei Erstfeld hatte ich ja schon beschrieben – aber im feinsten Urner Granit gibt es natürlich noch unzählige andere Möglichkeiten.

Wenn man sich erst einmal bis Göschenen durchgeschlagen hat und keine Lust mehr zur Weiterfahrt hat, kann man doch einen kleinen Abstecher zur Göscheneralp machen – schliesslich gibt es dort einen wunderschön gelegenen Zeltplatz, und direkt daneben gleich einen kleinen Klettergarten (Koordinaten: 683’059 / 167’390):

Klettergarten Vorder Bründli direkt gegenüber vom Zeltplatz Mattli

Dreizehn Routen in den Schwierigkeitsgraden 5c+ bis 7b+ (grösstenteils angeschrieben; Topo erübrigt sich eigentlich) lohnen zwar nicht wirklich als eigenständiges Ziel – in Anbetracht der Tatsache, dass man sich aber auf dem Zeltplatz Mattli mit Blick in Richtung Dammagletscher

Blick vom Zeltplatz in Richtung Dammagletscher… von der Autofahrt erholen und allerhand weitere Touren starten kann, durchaus eine Empfehlung wert.

Nur ein paar hundert Meter talwärts – an der Postauto-Haltestelle “Voralpkurve”, wo die Voralpreuss ins Tal stürzt – …

Voralpreuss und Salbitschijen… beginnt nämlich der Zustieg in Richtung Horefelli/Voralphütte zum Salbitbiwak als Ausgangspunkt zu den exzellenten Plaisirklettereien am Salbitschijen.

Wem die immerhin 1000 Höhenmeter Zustieg dann doch zu heftig sind, fährt halt wieder weiter ins Tal zurück. Auch nicht schlimm.

Auf der Fahrt von Göschenen zur Göscheneralp fallen unzählige grössere und kleinere Granitblöcke auf – dies ist tatsächlich ein Bouldergebiet, das im Schatten der grösseren “namhaften” Gebiete noch weitgehend unbekannt ist.

Auf dem Weg nach Wassen kommt man zwangsläufig an dem markanten Teufelsstein vorbei:

Hier gibt es sogar zwei bzw. drei Kletterrouten und man könnte hier auch das eine oder andere Boulderproblem finden, aber leider wurde dieser imposante Stein mit Graffiti verschandelt, so dass hier nicht wirklich viel Freude aufkommt.

Apropos Bouldern:
Wassen wiederum ist ein guter Ausgangspunkt, um auf den Sustenpass zu kommen. Bereits kurz hinter der Ortschaft bekommt man so allmählich einen Eindruck, an welchen Unmengen von Gneisblöcken man sich hier “austoben” kann. Leider sind Parkplätze entlang der Steigungsstrecke Mangelware; die erste ordentliche Parkmöglichkeit findet sich am Sustenbrüggli, und dort damit auch das erste “offizielle” Bouldergebiet in dieser Gegend:


Gerade mal einen Steinwurf (wie treffend…) von den Parkplätzen entfernt, weist der Swiss Bloc №1 knapp 200 Boulderprobleme aus.

Zelten direkt am Block (im Bild rechts unten) – muss das sein?

Blöcke 25 und 26 (Koordinaten: 678’343 / 178’069)

Bei einer Zustiegszeit von 2 bis 10 Minuten lediglich leicht bergauf muss man sich dann nicht wundern, wenn es an Schönwetterwochenenden zugeht wie auf dem Bahnhof. Hinzu kommt, dass man sich die paar wenigen Parkplätze noch mit Töfffahrern bzw. Restaurantbesuchern teilen muss.
Ist also eher was für wochentags.
Und: Muss es denn wirklich sein, das Zelt direkt neben den Blöcken aufzustellen?!?

Man könnte ja genauso gut die Sustlihütte als Stützpunkt nehmen, wenn man beabsichtigt, länger als einen Tag dort zu bleiben – denn immerhin kommen hier auch Kletterer auf ihre Kosten, sind doch um die 60 Routen oberhalb des Bouldergebiets eingebohrt, und auch am benachbarten Trotzigplanggstock finden sich sowohl Sportkletterrouten als auch mit dem Südgrat eine hübsche alpine Plaisirklettertour.

Hat man die Passhöhe und die Kantonsgrenze UR/BE hinter sich gelassen, kann auch auf der Talfahrt noch einen Zwischenstopp machen, um das Bewegungsbedürfnis zu stillen.
Unterhalb des Steingletschers gibt es ebenfalls noch ein kleineres Bouldergebiet mit rund 60 Problemen.
17 davon findet man an einem grossen Block (Koordinaten: 675’751 / 175’992) nur wenige Minuten Fussmarsch vom Hotel entfernt:

Block beim Hotel Blick zum Steingletscher

Wer mehr will/braucht, muss die Mautstrasse zu den höher gelegenen Blöcken benutzen. Die Maut wird an einem Automat beim Hotel entrichtet und beläuft sich auf 5,00 CHF bzw. 4,00 ΕΥΡΩ (Automat nimmt auch Falschgeld Fremdwährung).

Aber auch diese “Investition” lohnt sich; nicht nur dient der Ticketerlös der Landschaftspflege, sondern man findet oberhalb vom Steinsee auch noch einige Sportkletterrouten oder kann sich auf den Klettersteig zur Tierberglihütte begeben.
Allerdings ist das Gebiet hin und wieder für militärische Schiessübungen gesperrt – Infos mit den Schiesszeiten gibt es auf der Seite der Gemeinde Innertkirchen, Rubrik “Neuigkeiten”.

Und wer alpine Plaisirrouten sucht, wird am gegenüberliegenden Hang, oberhalb der Tunnels der Passstrasse bzw. am Pfreindler fündig.
Kletterführer hierzu: “Schweiz plaisir ost” aus dem Filidor-Verlag

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