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Neues von der Grimsel

Es ist sicher keine Übertreibung, die Gegend um den Grimselpass als das “Mekka der Plaisirkletterer” im Berner Oberland zu bezeichnen – erstens aufgrund des wunderschönen Ambiente, zweitens natürlich auch aufgrund der verkehrsgünstigen Lage.
Daher bleibt auch dieses Gebiet eine Baustelle im positiven Sinne, nämlich in Bezug auf Neuerschliessungen.

Ein “Beinahe-DriveIn”-Klettergarten neueren Datums befindet sich am Plänggerli, direkt hinter dem Berghotel Grimselblick:
Grimselpass Plänggerli, Sektor Muppet Show, beim Berghotel Restaurant Grimselblick

In den Jahren 2013 bis 2016 entstanden hier unter der Regie von André Henzen “nur” 6 Routen in den Schwierigkeitsgraden 5b bis 6b – der superkurze Zustieg vom Parkplatz bis zum Wandfuss macht diesen Fels aber zu einem netten Zwischenstopp

Koordinaten 669’425 / 157’245 – 2200 m ü.M.
Parkplatz Berghotel Grimselblick
Zugang vom Parkplatz einfach den gut sichtbaren Pfad bergauf

Parkieren ist auf dem Hotelparkplatz – laut Signalisation – nur für Gäste zulässig. Also seid bitte so fair und kehrt dort nach dem Klettern dort auch ein!

Ein Topo (1. Auflage 06/2017) ist im Lädeli der Kristallgrotte auf der anderen Strassenseite erhältlich. Darin befinden sich auch Infos zu anderen Neuerschliessungen um den Räterichsbodensee.
Für mich verlängert sich somit die To-Do-Liste deutlich… 😉

Arcegno TI

Nein, das ist kein Tippfehler – im bekannten Klettergebiet um Arcegno im Tessin kann man eben nicht nur klettern, sondern auch wunderbar bouldern!

Bouldern im Tessin

Ich schrieb ja früher – nach meinem Besuch des nahegelegenen Balladrum – mal, dass man in der Gegend aufgrund der zahllosen “rumliegenden” Gneisblöcke durchaus was zum Bouldern finden müsste.
Eine Recherche und eine Tour vor Ort hat jetzt meinen Verdacht bestätigt: Hier lässt sich’s nicht nur vielseitig klettern, sondern es ist auch ein hübsches Bouldergebiet erschlossen worden:

Arcegno Block 15
Block 15 (links)*

Arcegno Block 11
Block 11* beim Klettersektor “Fiama”
Im Hintergrund Heidi und Volker an der Route “Serena”

Arcegno
unbekannter, eingebohrter Block

Arcegno Block 24
Block 24* (700’260 / 114’031)
* Die Nummerierung bezieht sich auf die Bimano-App.
Das Topo von Arcegno ist darin (derzeit) kostenlos.

Eingebohrt?!
Jawohl… einige Blöcke, z.B. Block 11, haben einen kleinen Umlenker; manche Wändchen tragen auch 2-3 zusätzliche Haken. Die Grenzen zwischen Highball und Kletterroute sind also fliessend. Auswahl gibt’s jedenfalls reichlich – vom 4er bis Fb 8a ist alles in allen Grössen dabei.


Bouldern Arcegno Block 11Bouldern ArcegnoBouldern Arcegno Block 24
Der Block 24 ist ja schon fast eine Kopie des legendären “U-Boot” vom Magic Wood… 😉

Koordinaten 700’109 / 114’054 (Block 11* beim Klettersektor “Fiama”)
Parkplatz nahe des “Campo Pestalozzi”, bei 700’255 / 113’660
Zugang je nach Sektor den entsprechenden Pfad in den Wald nehmen, teils signalisiert

Aber erstmal da hinkommen… Das Örtchen Arcegno ist ja vom Tal aus signalisiert; in der Ortsmitte zweigt dann eine kleine unscheinbare Strasse (“Via Enrico Pestalozzi“) ab in den Wald. Und diese ist nur für Fahrzeuge mit maximal 2m Breite zugelassen. Mein VW Caddy hat gerade so durchgepasst, ohne an einem Fenstersims oder Hauseck hängen zu bleiben; mit einem Campingbus probiert’s man besser nicht – ich hab euch gewarnt!

Apropos Camping: Hier bietet sich auch wieder der, in vielen Kletterführern erwähnte und nur wenige Kilometer entfernte, Campingplatz Piccolo Paradiso an. Dort war ich selbst schon öfters und bin sehr zufrieden; nicht zuletzt, nachdem die Saniäranlagen renoviert wurden.

Dafür ist die Orientierung vor Ort dann relativ leicht. Im einschlägigen Kletterführer – z.B. dem Edition Filidor – Schweiz Plaisir Sud – sind die Klettersektoren beschrieben und einige Blöcke eingezeichnet. Man muss nur die entsprechenden Wanderpfade, die von der Strasse abzweigen, ansteuern.
Zusätzlich gibt es noch ein Bouldertopo im PDF-Format direkt vom Erschliesser des Gebiets, Pesche Wüthrich.

Es ist übrigens nicht ganz einfach, einen aktuellen Kletterführer zu haben – wie auch am Balladrum wird immer mal wieder was neues erschlossen, so z.B. jüngst die Route “km 0“, eine 7a+, an einem etwas versteckten Felsriegel (700’199 / 114’125) quasi direkt neben der Strasse.

Und noch eine Bitte zum Schluss:
Das Gebiet ist in Privatbesitz, also verhaltet euch dezent und rücksichtsvoll, ohne Kehricht in der Natur zu hinterlassen. Beachtet auch unbedingt das Verbot, Feuer zu machen wegen der Waldbrandgefahr!

 

Kanton Schaffhausen

Der Kanton Schaffhausen bietet mehr Klettermöglichkeiten, als man landläufig so glaubt – da lohnt sich auch mal eine Fahrt aus dem Zürcher Unterland oder aus Winterthur… 😉

1. Schweizersbild

18 Routen – Schwierigkeitsgrade 5a bis 8a+

Der wohl bekannteste Fels im Kanton – nicht nur wegen der gleichnamigen Ausfahrt an der N4, von selbiger ist der Fels mittlerweile auch sichtbar, sondern weil man ihn einfach nicht übersehen kann!

Schweizersbild
Witrläsen Kanton Schaffhausen

Schlossgrotte Burg i.L.

Bouldern im Baselbiet, Teil 2 …
Herbstanfang, und laut Meteo stand der Regen kurz bevor, also suchte ich mir gleich was, wo man nicht sofort klatschnass wird.

Und da wurde ich doch direkt in der Schlossgrotte bei Burg im Leimental (Koordinaten: 600’254 / 256’210) fündig:

Schlossgrotte Schlossgrotte
Schlossgrotte Schlossgrotte

Hier warten 15 – meist überhängende – Probleme an Leisten und Löchern von 6a bis 7b+ darauf, regelmässig beklettert zu werden. Überraschenderweise ist dieser Spot offensichtlich nicht sehr stark frequentiert, wie die Felsoberfläche und nicht wenige Spinnweben zeigen. Aber dafür ist eben das Gestein noch sehr griffig.

Zustieg ist denkbar einfach: Es gibt zwei Wanderwege vom Dorf aus zur Burg. Wenn man den südlichen davon nimmt, erreicht man beim Aufstieg zur Burg zwangsläufig die Grotte, da der Wanderweg da durchführt.
Nur das Parkieren ist etwas problematisch, im Dorf gibt es nur ganz wenige Parkplätze, die an schönen Wochenenden von Wanderern und Burgbesuchern belegt sein werden.

Bouldern ist hier (überraschenderweise) ausdrücklich erlaubt, wie es aus der Verordnung über das Naturschutzgebiet «Schlossberg» hervorgeht; allerdings nur in der Grotte und nicht an den umliegenden Felsen.

An dieser Stelle ein bisschen Werbung für einen guten Zweck:
Auf dem Foto trage ein Shirt von CAC – Climbers Against Cancer.
Wer’s (noch) nicht kennt: Diese Organisation verkauft Klamotten und neuerdings auch Kletterhardware und spendet die Verkaufserlöse zugunsten der Krebsforschung.
Als persönlich/familiär Betroffener finde ich das wirklich ein sehr  sinnvolles Projekt!

Auf dem Rückweg schaute ich noch kurz bei der nur wenige Kilometer entfernt liegenden Pechhöhle (Koordinaten: 601’580 / 254’487) vorbei:

Pechhöhle
Haupthöhle

Pechhöhle innen
Im Inneren der Haupthöhle – mit den unübersehbar dicken Chalkspuren…

Pechhöhle Nebenhöhle
Nebenhöhle links (westlich) der eigentlichen Pechhöhle

Streng genommen sind es zwei Höhlen; die kleinere befindet sich ca. 70m links der Haupthöhle.
Insgesamt findet man ebenfalls 15 Boulderprobleme zwischen 4+ und 7c+ in dem grossen Dach mit allerlei Löchern.
Obschon die Höhle mit ihren grossen und kleinen Löchern durchaus imposant aussieht und interessante Boulder in ihrem Bauch birgt, blieb diese Tatsache aber auch nie wirklich geheim – hier sind deutlich stärkere “Gebrauchsspuren” als in der Schlossgrotte zu finden. Nach meinem Empfinden schon fast zu starke Gebrauchsspuren; wenigstens die dicken Chalk-Schichten hätte man doch vor dem Verlassen auch wieder wegputzen können… so relativieren sich die grundsätzlich recht guten Griffe auch wieder.

Topos?
Nachdem sich die Freunde des Basler Jura um die letzten verbliebenen Exemplare der Fluebible prügeln, bleibt für Topos nur noch die kostenpflichtige Bimano App (für iOS und Android).

Urner Granit

Wenn’s mal wieder länger dauert auf der Gotthardroute (N2)…
Die erste Klettermöglichkeit bei Erstfeld hatte ich ja schon beschrieben – aber im feinsten Urner Granit gibt es natürlich noch unzählige andere Möglichkeiten.

Wenn man sich erst einmal bis Göschenen durchgeschlagen hat und keine Lust mehr zur Weiterfahrt hat, kann man doch einen kleinen Abstecher zur Göscheneralp machen – schliesslich gibt es dort einen wunderschön gelegenen Zeltplatz, und direkt daneben gleich einen kleinen Klettergarten (Koordinaten: 683’059 / 167’390):

Klettergarten Vorder Bründli direkt gegenüber vom Zeltplatz Mattli

Witrläsen Urner Granit

Bützi und Stockflue

Nachdem ich am 01.08. leider arbeiten musste und keine Zeit für eine Feiertagstour hatte, musste diese dringend nachgeholt werden. Aus chronischem Zeitmangel war das eine Spontanentscheidung ohne grosse Planung – aber spontane Ideen sind ja bekanntlich meistens die besten…

Gut, es ging also heute nach Brunnen SZ, wo einem beim Blick in Richtung Rigi gleich zwei Felszacken ins Auge stechen:

Witrläsen Bützi und Stockflue

Klettersteig Pinut und Meilerstein

Waaas, du gehst auch Klettersteige? Bist du krank?“, musste ich mir letztens anhören. Meine Antwort war Ja und Ja – ab und an, aber eher selten, gehe ich auch mal einen Klettersteig, und bzgl. “krank” siehe unten…

Klares Statement meinerseits: Ich mag nicht diese Rekordversuch-Verdrahtung von Bergen à la “Welcher Ort hat den schwersten Klettersteig der Region” oder irgendwelche Touristenattraktionen wie Flying Foxes oder “Spinnennetze” in den Bergen.

Was ich aber ganz nett finde: Alte, seit Jahrzehnten begangene Aufstiege – und so dann eben auch den mittlerweile sage und schreibe 110 Jahre alten Historischen Klettersteig Pinut.

Mitten in der imponierenden Felswand des Flimsersteins …

… liegt eine Wiese, die seit alters her begehbar war und auch landwirtschaftlich genutzt wurde: Pinut.

Witrläsen Klettersteig Pinut und Meilerstein