Sorgschrofen

Was tun, wenn man gesundheitlich angeschlagen ist und das Wetter mal wieder nicht so recht mitspielen mag bzw. es tags zuvor in Strömen geregnet hat?
Richtig, eine Bergtour!

Aber keine einfache Wanderung – ein bisschen kraxeln sollte schon irgendwie dabei sein.

Da bietet sich doch die Überschreitung vom Sorgschrofen an…

Als “Wanderung” kann man diese Tour allenfalls auf den ersten 500 Höhenmetern betrachten – von Unterjoch kommend erstmal auf Asphalt, dann durch Wald und Wiese. Nix wirklich spektakuläres. Doch dann steht auf einmal im Wald eine Felsformation vor einem, wo man einige Meter über grobblockigen Kalk aufsteigt. Aha. Kann nur noch besser werden.

Und es wird besser!
Da hat man dann plötzlich an der Waldgrenze ein Felsenfenster vor sich
Durchschlupf zwischen Zinken und Sorgschrofenund kann sich da überlegen, da durchzuschlüpfen und direkt zum Sorgschrofen (1635 m ü.M.) zu gehen oder einen Schwenk nach links-oben zu tätigen und zum Zinken (1613 m ü.M.) aufzusteigen. Empfiehlt sich durchaus. Für die Nichtkletterer ist ein Drahtseil montiert; es geht aber auch wunderbar ohne.

Dann erstmal am Gipfelkreuz ein wunderschönes Panorama genießen
Panorama vom Zinken und gleich einen Blick auf das nächste Ziel – den Sorgschrofen – werfen.

Also wieder runter, durch das oben erwähnte Felsenfenster und am Grat entlang.
Der Hinweis “Nur für Geübte” hat durchaus seine Berechtigung; der Turnschuhwanderer hat spätestens ab hier keinen Auftrag mehr, ist doch Schwindelfreiheit und absolute Trittsicherheit erforderlich, denn jenseits des Steiges geht es einfach nur abwärts.

So heißt es auch im AV-Führer:
Sehr steiles Gras und einige Schrofen ohne Weg, ein paar Kletterstellen (I), Trittsicherheit und Erfahrung wichtig

Kurz ein Blick zurück zum Zinken:
und vorwärts zum Sorgschrofen:

Ja, da rauf zum Gipfelkreuz! Der Sorgschrofen heißt nicht umsonst so, denn insbesondere der letzte Steilaufschwung zum Gipfel hat es nochmal in sich:
Aufstieg zum Sorgschrofen

Auch hier kann man im Zweifelsfall ins Drahtseil greifen. Ist aber für einen Kletterer überhaupt kein Thema; selbst der stellenweise schon recht abgespeckte Kalkstein hat mich seltsamerweise heute nicht negativ beeindruckt.

Okay, dafür wird man schließlich auch mit einem zweiten Gipfelpanorama innerhalb kürzester Zeit entschädigt:
Panorama vom Sorgschrofen

Der Abstieg erfordert dann aber nochmal eine gehörige Portion Konzentration und Trittsicherheit, da sich in der Abstiegsscharte einiges an losem Geröll angesammelt hat – zu wenig, um auf der Schotterpiste einfach abzufahren, aber zu viel, um bombenfesten Tritt zu haben.
Irgendwann endet aber auch die Schotterreise recht abrupt und es geht wieder als gemütliche Wanderung bei den Sorgalpen wieder zurück nach Unterjoch.

Natürlich kann man die Tour auch in umgekehrter Reihenfolge angehen, allerdings wird der Aufstieg dann – zumindest gefühlt – steiler. Geschmackssache.

Fazit:
Keine echte Klettertour, erst recht keine reine Wanderung – aber eine nette Halbtagestour, um Kondition, Trittsicherheit und Schwindelfreiheit zum Saisonstart aus dem Winterschlaf zu holen oder wenn der Wetterfrosch mal wieder in der Mitte seiner Leiter hockt.

Literatur:

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