Schleierfall (Maltatal)

Bouldern am Schleierfall – wo auch sonst in Kärnten!?
Ohne Zweifel ist das Bouldergebiet im Maltatal das wohl schönste im östlichen Teil (oder vielleicht sogar ganz?) Österreichs.

Anschauen!
Das Gebiet trägt seinen Namen von – na was wohl – einem der zahlreichen Wasserfälle im Maltatal, den man auch ganz nett von der Strasse aus bewundern kann:
Schleierwasserfall

Keine Angst, man muss nicht ganz da rauf.
Zu den rund 200 Boulderproblemen – Schwerpunkt übrigens deutlich im siebten Franzosengrad – an über 50 Blöcken gelangt man trotz des steilen Südwesthangs durch Überwinden lediglich ein paar weniger unbedeutender Höhenmeter (mehr werden nur zum Klettern im “2. Stock” bzw. im Sektor “Kolosseum” fällig).

Koordinaten N47 00.158 E13 26.849 (Block 5 – “La Balance”)
N47 00.216 E13 26.787 (Block 41 – “Alligator”)
Parkplatz N47 00.069 E13 26.885 (vor dem Weiderost, Parkplatz mit Dixi-Klo)
Parkplatz Schleierwasserfall
Zugang vor dem Weiderost in den Wald, der Beschilderung und dem Trampelpfad folgen

Die Orientierung ist also recht einfach. Ist auch ein gutes Stück Absicht dahinter, denn es gab und gibt immer wieder Probleme mit den Grundstückseigentümern. Oder, andersrum besser formuliert, manche vor Arroganz, Ignoranz und Dummheit strotzende Boulder”kollegen” verursachten durch ihr rücksichtsloses Verhalten ein vergiftetes Klima.
Dass man zum Beispiel nicht durch Weideland latscht und damit das Viehfutter niedertrampelt, sollte eigentlich klar sein – anscheinend war’s und ist’s das nicht, also gibt es jetzt einen Weg (verblockt – festes Schuhwerk empfohlen!) und unmissverständliche Wegweiser. Im Tourismus-Jargon nennt man so etwas Besucherlenkung

Sozusagen ein “stilles Mahnmal” dafür ist Block 4, der “Wiesenblock”:
Block 4 "Wiesenblock"
Rein gesetzlich vielleicht nicht haltbar, aber ich denke, man sollte den Willen des Grundbesitzers schon respektieren, wenn dieser schon Boulderer auf seinem (!) Privatgrund duldet.
Ergo verbietet es schon allein der Anstand, sich am “Wiesenblock” sportlich zu betätigen – auch wenn der Kletter-/Boulderführer hier einige interessante Boulderprobleme anführt.

Unbedingt empfehlenswert: Eine Drahtbürste mitnehmen.
Erstens wegen allfälligem, hier wohl besonders hartnäckig auftretendem Befall von Moos und zweitens wegen den allgegenwärtigen Chalk-Spuren:
Überdosis Chalk
Das hat mich hier wirklich masslos gestört, frustriert und empört zugleich: Liebe Leute, dies ist kein DIN-EN-genormtes Hallenplastik, das regelmässig umgeschraubt und gereinigt wird und auch kein abspeckendes Kalkgestein, sondern Gneis – mit einer, von Haus aus im Normalfall, giganischen Reibung und Griffigkeit! Da muss man (und auch ich nicht – ich benutze übrigens, wenn überhaupt, Liquid Chalk) keine 6er und 7er Boulder wirklich millimeterdick mit Chalkpulver vollknallen, bis eine politurglatte Oberfläche entsteht. Und wenn ihr schon nicht runterkommt von Eurem (Irr-)Glauben, das sei so korrekt, dann putzt gefälligst das Zeug nach Eurer Bouldersession wieder runter!

Genug erhobener Zeigefinger.
Richtig los geht’s dann an den Blöcken 5, 6 und 7, die unmittelbar dahinter liegen.


Schon hier kann man fast den ganzen Querschnitt des Schwierigkeitsspektrums ausprobieren; von 6a+ bis 8b ist an diesen drei Blöcken alles geboten, nebst noch mehr Potential für weitere Linien.

Der weitaus grössere Teil des Blockfelds ist dann noch ein paar Höhenmeter weiter oben:

Block 19 – “Querdenker”

Block 25 – “Mr. Moos”

Block 31 – “Marscha”

Block 34 – “Pyramide-Kanzel”

Block 37 – “Die Welle”

Block 39 – “Get up”

Block 43 – “Bachlblock”

Blöcke 45+46 – “Lodenhofer” und “Krazinsky”

Dies nur als ganz kleiner Ausschnitt eines kolossalen Bouldergebiets. An der “Grossen Pyramide” (Block 27) gibt es sogar eingebohrte Routen samt Umlenker, die aber zwischenzeitlich völlig vermoost sind – da wären wir wieder beim Thema Drahtbürste…

Für mehr war’s schlichtweg zu warm – bei derzeit um die 30°C kommt nicht wirklich Spass auf. Wie üblich liegt die beste Jahreszeit zwischen Oktober und März, wobei speziell zu Jahreswechsel und -beginn die Gefahren durch Lawinen, Eis- und Steinschlag nie unterschätzt werden sollte.

Der einschlägige Kletterführer resp. Boulderführer ist der “Maltatal” aus dem Panico-Verlag.
Wie der Titel schon sagt, deckt dieser nur die nähere Umgebung ab; wer die Nachbarschaft noch erkunden will, sollte sich zusätzlich den “Klettern in Kärnten und Osttirol” und/oder “Klettern am Kanzianiberg” (ein weiteres grosses Klettergebiet, eine knappe Autostunde weiter südlich) aus dem Neumann-Verlag besorgen.

Zwecks Unterkunft bietet sich übrigens der Terrassencamping Maltatal an – mein “Stamm-Campingplatz” wenn ich hier oder auf der Durchreise nach Kroatien bin; sehr gepflegt, freundliches Personal und relativ günstig.

 

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