Plateaus überwinden

Kannst Du Dich an Deine Anfangszeit beim Klettern erinnern? Als Du so rasend schnell besser wurdest, dass Du erwartet hast, bald die 8er, ach was, die 9er, oder sogar die 13er spätestens im nächsten Jahr zu bezwingen?

Ich wette, dass sich in der Zwischenzeit Dein Fortschritt deutlich verlangsamt hat. Das ist normal. Trotzdem lohnt es sich, einmal zu betrachten, warum der Leistungszuwachs früher oder später geringer wird (leider eher früher). Denn wenn Du irgendwann an einem Leitsungsstand stehen bleibst, egal was Du machst (= Plateau), dann ist das ein Zeichen, etwas umzustellen.

Dein Körper passt sich an neue Herausforderungen an. Wenn Du z.B. mit Krafttraining beginnst, wirst Du schnell stärker. Der Lernerfolg ist am grössten, wenn die Belastung noch neu und ungewohnt ist. Beim Klettern gilt das noch stärker, denn hier kannst Du Deine Kraft und Technik verbessern. Am Beispiel des Eindrehens wird das deutlich. Alleine eine grobe Form des Eindrehens erstmalig zu erlernen, ermöglicht fast einen ganzen Grad besser zu klettern. Wenn Du dann nur mit Hilfe des Eindrehens noch besser werden willst, dann musst Du schon sehr viel mehr machen. Technik perfektionieren, Varianten lernen etc.. All das wird jedoch nie wieder zu so einem rasanten Leistungszuwachs führen.

Bei der Kraft sieht es nicht viel anders aus. Zu Anfang ist das Klettern einer Route (10-20 Meter) eine echte Herausforderung. Muskelkater, Unterarmkrämpfe und starke Erschöpfung nach dem Klettern beweisen das. Irgendwann schaffst Du es aber. Ab jetzt klettern die meisten immer noch ihre 10-20 Meter. Damit ist der Trainingsreiz für die Anpassung deutlich geringer, als zu Anfang.

Und schon deutet sich auch eine Lösung an, um ein Plateau zu durchbrechen. Wann immer Du das Gefühl hast, dass Du über längere Zeit trotz regelmässigem Training nicht besser wirst, dann müssen neue Reize für Deinen Körper her! Beispiele für neue Reize sind:

  • andere Kletterhalle
  • längere Routen klettern / Routen doppelt klettern
  • Pausen geringer / länger
  • mal eine schwere Route projektieren
  • Bouldern statt Klettern / Klettern statt Bouldern
  • neue Bewegungen ausprobieren
  • Vorsteigen / Nachsteigen
  • nur Onsight-Begehungen
  • zu anderen Zeiten klettern
  • gezielt kleine / grosse Griffe
  • Überhänge, Platten, senkrechte Wände – das, was Du nicht gerne machst
  • … einfach Dinge anders machen als gewohnt!

Ich denke die Idee wird deutlich. Dein Körper und Dein Geist brauchen beide Abwechslung, wenn sie sich verändern (=verbessern) sollen.

Viel Spass beim variieren!