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Outdoor-Kocher

© pixabay - Kocher Berg Biwak Herd Winter Schnee
Das Thema Kocher für Draussen ist wohl eine der grössten “Spielwiesen” im Bergleben – hier mal zwischen  den unzähligen Meinungen und Testberichten ein paar ergänzende Gedanken:

Spirituskocher (z.B. von Trangia), so gerne ich sie auch mag, sollten nicht Bestandteil der Beratung sein. So leise und gemütlich sie auch sind: Die Nachteile überwiegen. Zu hohes Gewicht, Brennstoffversorgung und Umgebungstemperaturen wirken sich zu stark aus. Bei Temperaturen unter 10° C braucht man zum Entzünden schön ein wenig länger. Für das 3-Gänge-Menu auf dem Campingplatz toll, für Touren eher ungeeignet.

Benzin- oder Multifuelkocher haben einen sehr grossen Einsatzbereich. Die Brennstoffversorgung ist weltweit gesichert, zur Not lassen sich gute Mehrstoffkocher auch mal mit Ouzo (noch nie getestet, aber mit hochprozentigem Alkohol geht’s) oder Diesel betrieben. Den “richtigen” Brennstoff vorausgesetzt, bringen sie auch bei extrem niedrigen Temperaturen noch sehr ordentliche Leistung. Nachteil ist das Pumpen, um den nötigen Druck zu erzeugen (je nach Kocher 25-250 mal!) und definitiv die Lautstärke. Auf so manchem Campingplatz macht man sich schon beim Zubereiten des ersten Frühstückskaffees die ersten Feinde…

Highlight ist hier sicher der Optimus Nova+. Hinsichtlich der Leistung gibt es noch stärkere Kocher (deutlich: Soto Muka Stove) aber die sind dann auch wiederum noch lauter. Der Nova+ ist wartungsarm (in die Düse integrierte Reinigungsnadel), lässt sich sehr gut dosieren und verhältnismässig leise. Toll ist, dass man den Brenner problemlos in einen Trangia-Windschutz einsetzen kann, so dass er nicht nur auf Touren, sondern eben auch als Campingkocher die Aktion deutlich beflügelt. Der Nova+ war leider von einer Rückrufaktion betroffen, seitdem gibt es aber keine nennenswerten Probleme mit ihm.

Bei Gaskochern muss unterschieden werden zwischen Modellen ohne oder mit Flüssiggaseinspritzung. Letztere sind unbedingt wintertauglich, da sich das Gas auch bei niedrigen Temperaturen entzündet. Gegen verschmorte Armbehaarung hilft die bei vielen Modellen vorhandene Piezozündung, die sich doch als sehr hilfreich herausstellt. Persönlich habe ich eher grossen Respekt vor Gas, auch daher bin ich ein grosser Freund der Piezo-Zündung. Interessant, wenn es um Leistung geht, sind eindeutig die Modelle von Jetboil. Es ist uns in einem Test hier mal gelungen, einen Liter Wasser in knapp zwei Minuten zum Kochen zu bringen. Ein herkömmlicher Gaskocher von Snow Peak braucht im Vergleich dazu etwa 5-6 Minuten. Da macht sich der Wärmetauschring des Jetboil-Systems bemerkbar. Man zahlt ein bisschen mehr dafür und ist sehr festgelegt auf das System, vermisst aber hinterher bei anderen Kochern den Komfort der Jetboil-Systeme. Der Nachteil ist sicher, dass man – je nach Land – die Gaskartuschen nicht so einfach bekommt, wie z. B. Benzin. Das Argument, man würde oft halbleere Kartuschen mit sich rumtragen, lasse ich nicht gelten, denn die Treibstoffflasche ist auch nur am Anfang der Tour wirklich voll.

Mein persönlicher Favorit ist das Jetboil Helios 200 System. Damit ist man unabhängig von der Umgebungstemperatur und meiner Vergesslichkeit (Streichhölzer kauft man vor der Tour, um sie üblicherweise zu Hause liegen zu lassen). Die Kartuschen reichen aufgrund des niedrigen Verbrauchs sehr lange. Das System kann kompakt ineinander verstaut werden und ist im Vergleich zum Trangia deutlich leichter. Natürlich gibt es kleinere und leichtere Lösungen (Jetboil Flash PCS oder Sol), die gehen dann aber zu Lasten der Wintertauglichkeit.

Die Brennstoffverfügbarkeit ist sicher das Argument schlechthin gegen Gas. Die kleinen Jetboil-Systeme sind am ehesten zum Aufbrühen von Wasser geeignet, um sich zum Beispiel Fertiggerichte (Travellunch, Trek’n Eat und dergleichen) zuzubereiten. Ein 3-Gänge-Menu habe ich jedoch darauf auch noch nicht hinbekommen.

 

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