Murgtal (aktualisiert)

Das Bouldergebiet im Murgtal, bei Murg/Quarten bzw. oberhalb vom Walensee, an der Grenze der Kantone Sankt Gallen und Glarus, bietet eine grosse “Spielwiese” (über 700 Boulderprobleme!) in einem interessanten Gestein.
Jenes hört auf den Namen “Verrucano Sernifit“, muss man sich als Gemisch aus Granit und Sandstein vorstellen, und ist in der Gegend eine geologische Besonderheit, da man ringsum eigentlich sonst nur im Kalk klettert.

Es gibt drei Sektoren:

1. Sektor “Steibrächer”

Sektor "Steibrächer", Block 9 Westseite

Koordinaten 734’717 / 218’686 – Block 9, 615 m ü.M.
Parkplatz 734’652 / 218’716 – unterhalb des Forsthaus
Zugang direkt in den Wald, östlich des Parkplatz
Geocaches Geocaches als Liste | auf der Karte

Die Blöcke liegen größtenteils im Wald, daher schattig gelegen und gelegentlich, nach wirklich langem Regen, auch mal feucht. Ein gutes Dutzend Blöcke liegen unmittelbar neben dem Forsthaus, eine weitere Handvoll ein paar hundert Meter weiter südlich nahe der Maustelle. Die Schwierigkeitsgrade bewegen sich zwischen Fb 5 und Fb 8c (!!!) – Schwerpunkt eher im 7er-Bereich, da man sich meist im Überhang bewegt. Wer’s kann, hat hier die helle Freude, nicht zuletzt ob des sehr griffigen Gesteins.


Murgtal Sektor SteibrächerMurgtal Sektor SteibrächerMurgtal Sektor Steibrächer

Es sind sogar 3 oder 4 Kletterrouten am größten Block, Block Nr. 9 laut Führer*, eingebohrt. Somit sind die Grenzen hier zwischen (Highball-)Bouldern und Klettern hier teils fliessend, wobei die Routen schon wieder etwas Moos und Spinnweben ansetzen – trotz der Parkplatznähe mag da wohl niemand Seil und Gstältli hinschleppen.

Immer mal wieder, vorwiegend im Sommer, verschlägt es mich zum hübsch gelegenen …

2. Sektor “See”

Koordinaten 733’490 / 215’140 – 1155 m ü.M.
Parkplatz signalisierte Parkplätze benützen, allfällige Parkverbote beachten!
Zugang Vom Parkplatz aus zu den weithin sichtbaren Blöcken; den Gsponbach über die kleine Brücke überqueren
Geocaches Geocaches als Liste | auf der Karte

Man muss, um dorthin zu gelangen, über eine Mautstraße (10 CHF) fahren – der Kassenautomat hierfür wird im Winterhalbjahr aber demontiert und die Weiterfahrt durch eine abgeschlossene Schranke blockiert. Grund: Lawinengefahr.

Ein Foto aus Juni 2013:
Murgtal Sektor "See"

Dort geht es an mehr als 20 Blöcken etwas gemässigter zu; die Schwierigkeiten bewegen sich zwischen Fb 3 und Fb 8a+, wobei der Schwerpunkt eher im 6er-Bereich liegt.

Nur ist’s im Sommer dort doch recht warm, fast schon zu warm; glücklicherweise kann man sich am und im Bach, den man auch überqueren muss, zwischendrin abkühlen.

Im Frühjahr 2015 gab es einen Felssturz im Sektor “See”. Da die Angaben hierüber im Netz immer noch teils widersprüchlich sind, habe ich mir das mal selber angeschaut:

Felssturz Murgtal

Also: Der Sektor “See” ist entgegen anderslautender Behauptungen derzeit nicht gesperrt, lediglich das Betreten geschieht auf eigene Gefahr.
Hiervon wird übrigens immer häufiger regen Gebrauch gemacht, genauso wie an der “frisch heruntergefallenen” Blöcken gleich mal neue Boulderprobleme definiert wurden.
Und wer weiss, vielleicht kommen demnächst noch welche dazu, da ja noch einige Blöcke absturzgefährdet (Vorsicht!!!) am Hang hängen.
So ganz von ungefähr kommt diese Warnung nicht, denn Ende Januar 2016 kam es erneut zu einem Felssturz, der grosse Mengen an Gestein in den Bouldersektor “See” beförderten.
Siehe auch dazu den Artikel bei 20 Minuten: 8000 Tonnen Fels krachten ins Murgtal.

3. Sektor “Steinbock”

kein BildDer “Neuankömmling” im Murgtal – die dortigen Blöcke wurden erst im Juni 2017 geputzt und somit hat das Murgtal über 25 Probleme im vierten bis sechsten Grad dazubekommen.
Infos habe ich noch nicht; sie werden im neuen Murgtal-Boulderführer zu finden sein.

* An Kletter- bzw. Boulderführern gibt es mittlerweile gleich mehrere:

Und sonst so…

Und ausserdem habe ich seltenst Lust, mir den Stress mit den vielen, die Blöcke teils mit Liegestühlen und Badetüchern (!) blockierenden Leuten zu geben. So habe ich eines Tages das Crashpad wieder ins Auto geworfen und bin mal den Wanderweg entlang des Gsponbachfalls aufgestiegen.

Und da entdeckte ich dann im Tal des Mürtschenbachs, 250 Höhenmeter oberhalb des Sektors “See”, zu meiner Überraschung folgendes:

potentielle Boulder im Mürtschenbachtal potentielle Boulder im Mürtschenbachtal
potentielle Boulder im Mürtschenbachtal potentielle Boulder im Mürtschenbachtal

Noch viele viele Verrucano-Blöcke mehr! Allesamt natürlich noch ungeputzt und noch nichts definiert, aber eben noch ein riesiges Potential für einen dritten Sektor. Die Eigentumsverhältnisse sind mir allerdings nicht bekannt.

Das ergab dann letztendlich – auch ohne Bouldern – eine schöne Rundwanderung mit knapp 16 km und 820 Höhenmetern über die Murgseefurggel zu den Murgseen:

GC322FX Ghackäts mit Hörnli GC322FX Ghackäts mit Hörnli
GC322FX Ghackäts mit Hörnli ... Er bringt mir ein Gruss von der Felsenwand ...
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