Leonidio – Klettern im Winter!?

Du suchst ein Klettergebiet für den Winter – und Kalymnos ist Dir zu «mainstream», zu überlaufen und/oder zu abgespeckt?
Wie wär’s denn mit Leonidio (Λεωνίδι), dem neuen Trendklettergebiet auf der Peloponnes!?

Leonidi aus Westen, 1993 - Quelle: Wikimedia Commons

Leonidio liegt im Südosten Griechenlands, etwa 200 Kilometer von Athen entfernt.
Die ersten Begehungen verzeichnen die überwiegend südseitig ausgerichteten Felsen oberhalb der 4000-Einwohner-Gemeinde schon 1987, aber danach wurde es in Leonidi ruhig. Der Grossteil der Entwicklung begann 2008 und ist noch lange nicht abgeschlossen.
Manche nennen es «Das neue Kalymnos»; aufgrund der stetig wachsenden Zahl von Routen – derzeit sind es schon über 1000 – sicherlich keine Übertreibung.

Zugegeben, ich war bislang noch nicht dort – da das Klettergebiet aber derzeit in aller Munde ist, habe ich mal näher recherchiert und ausnahmsweise einige Infos vorab zusammengetragen, bis ich das selbst mal in Augenschein nehmen kann.

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Obschon der Schwerpunkt der Routen in den Schwierigkeitsgraden ab 6a aufwärts liegt und auch z.B. mit der «Capricorn» (9a – also eine glatte UIAA 11!) was für die Besten der Besten vorhanden ist, kommen auch Anfänger, (Wieder-)Einsteiger und – durchaus nicht negativ gemeint – Softmover bzw. Palisir-Kletterer auf ihre Kosten.
Denn selbst in Vierer- und Fünfer-Graden finden sich kaum abgespeckte Routen in dem Kalkgestein, so z.B. in dem grossen Sektor «Kokkinovrachos».
Bemerkenswert sind die allgegenwärtigen Sinterzapfen («Tufas») – eine Herausforderung, die man definitiv nicht in der Kletterhalle üben kann.

Eine ausführlichere Übersicht über die Sektoren bietet die Seite «climbinleonidio.com».

Kletterführer:
Es gibt ein kleines 16seitiges Topo im PDF-Format für die ersten Schritte dort.

Wer mehr will, sollte sich unbedingt am besten vor Ort den (englischsprachigen) Kletterführer besorgen: «Leonidio Climbing Guidebook» mit 216 Seiten vom Panjika-Team.
Die sitzen nämlich in einem Café, wo nicht nur das Buch (und auch ein bisschen Kletterausrüstung) käuflich erworben werden, sondern auch landestypisches Essen genossen werden kann. Und wenn man freundlich fragt, bekommt man sicherlich auch den einen oder anderen heissen Tip oder eine Neutour verraten.

Freilich ist der Kletterführer auch hierzulande z.B. bei PizBuBe erhältlich, wer zuhause nachschlagen und planen möchte.
Ebenso sind in der Vertical-Life-App ein grosser Teil der Topos off- und online verfügbar.
Niemand muss also an einem Informationsdefizit leiden…

Apropos Kletterausrüstung:
Nehmt für Sportklettern auf alle Fälle ein Seil mit mindestens 70 Metern, besser noch 80m, mit sowie ausreichend (d.h. mindestens 20) Expressen. Die meisten Routen sind sehr gut mit Bohrhaken bestückt, so dass man auch auf Klemmkeile und Friends in den meisten Fällen verzichten kann.

Unterkunft:
Ebenfalls auf der Seite von «Climb in Leonidio» gibt es eine entsprechende Liste, die Hotels und Ferienwohnungen – auch aus der Umgebung – enthält.
In Leonidi gibt es darüber hinaus noch den Camping Semeli

Die Bewohner von Leonidio sind übrigens so interessiert, freundlich und aufgeschlossen den Kletterern gegenüber wie man es selten erlebt. Ein echter Ort zum Wohlfühlen – daher unterlasst bitte alles, was diesen Frieden gefährden kann!
Man kann es leider nicht oft genug betonen:

  • Parkieren nur an dafür vorgesehenen Stellen
  • Nur vorgegebene Wege nutzen
  • Chalken nur da, wo es erlaubt ist und auch dann nur in vernünftigen Mengen
  • Chalkspuren am Ende wieder wegbürsten – Achtung: Keine Metall- oder Kunststoffbürsten, weil damit der Fels ruiniert wird
  • Schuhe vor dem Einstieg in eine Route abputzen, um die Gesteinsqualität zu erhalten
  • Fels nach dem Regen abtrocknen lassen, um Griff- und Trittausbrüche zu vermeiden
  • Kein offenes Feuer
  • Musik nur per Kopfhörer – die Natur ist keine Disko.
  • Wer seine Notdurft verrichten muss, tut das in einer abgelegenen Ecke und verbuddelt das Ganze ordentlich.
  • Müll und Kippenstummel fahren wieder mit nach Hause – auch wenn es nicht der eigene/die eigenen sind.
  • Hunde bleiben besser an der Leine.

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