Klettern und Reiten

Inspiriert durch einen anderen Blogbeitrag mit dem Titel “5 Gründe, warum Klettern der beste Sport für Reiter ist” drehe ich jetzt mal den Spiess um und berichte, weshalb Reiten (nach Yoga) der beste Sport für Kletterinnen und auch Kletterer ist.

Dressurreiten
Dressur 2010 – auf “Country Classics

Springreiten
Springen 2006 – auf “Eljano 3

Aus meiner 20jährigen Reiterfahrung greife ich die fünf Thesen von Saskia’s Pferdespiegel mal auf:

1. Beim Reiten trainierst Du viele Muskelgruppen, die Du auch fürs Klettern brauchst.

… oder andersherum: Reiten beansprucht vornehmlich die Rücken- und Bauchmuskulatur, die für die beim Klettern nötige Körperspannung eine Hauptrolle spielt.
Ein Pferd “steuert” man über sogenannte Gewichtshilfen, Schenkelhilfen und Zügelhilfen – wobei den Gewichtshilfen von diesen dreien die höchste Priorität zukommt (und nicht etwa, wie ein Nicht-Reiter vermuten würde, wird das Pferd mit den Zügeln in die Kurve gezogen).

2. Durch das Reiten verbesserst Du Dein Körpergefühl.

So, wie man beim Klettern verschiedene Körperregionen unabhängig voneinander bewegen können muss, ist dies beim Reiten nicht anders. Nur das Zusammenspiel aus den oben bereits erwähnten drei Arten der Hilfengebung ermöglicht eine harmonische Fortbewegung hoch zu Ross.

3. Durch das Reiten verbesserst Du Deine Balance.

Du sitzt auf einem rund 600 Kilo schweren Tier und steuerst es im wesentlichen durch zwei, nur wenige Quadratzentimeter grosse “Kontaktpunkte” am Ende Deines Rückens, unter Deinem Hinterteil. Ähnlich wie beim Motorradfahren (nur nicht so extrem), musst Du Dich “in die Kurve legen” und auf dem Pferd auch noch mit seinen Bewegungen mitgehen, sonst … landest Du im Dreck 😉

4. Beim Reiten bist Du draußen in der Natur.

Ja, es gibt auch Reithallen und auch die ersten Reitstunden werden in selbiger stattfinden – so, wie man seine allerersten Routen meistens auch nicht am Fels punktet. Aber schon bald geht es an die frische Luft – glaub mir, irgendwann kommt der Punkt, da kannst Du die Halle nicht mehr sehen und freust Dich über jeden Tag, an dem Du wenigstens auf dem Sandplatz draussen die Runden drehen kannst. Im Gegensatz zum Klettern kann man übrigens auch im Regen reiten…

5. Durch das Klettern gewinnst Du an Selbstvertrauen.

Denk an besagte 600 Kilo. Du, mit Deinem vielleicht Zehntel des Gewichts, kannst sie bewegen und steuern. Wenn Du willst. Wenn das Pferd wollte, könnte es Dich theoretisch “in einem Arbeitsgang” auch einfach plattwalzen. Tut es aber nicht. Nur Mut! 🙂

Und noch ein kleines Zitat aus heilpraxisnet.de trifft voll ins Schwarze:

Manche Menschen, die gerne einen Ausflug zu Pferde machen, heben hervor, wie gut sich mit so einem Ritt Stress abbauen lässt. Reiten ist aber nicht nur eine erholsame Begegnung mit der Natur, sondern beansprucht auch die Muskeln im ganzen Körper. Vor allem die Rumpfmuskulatur ist durch das permanente Ausbalancieren und Mitschwingen mit der Bewegung des Pferdes gefordert. Reiten ist also eine gute Möglichkeit, durch die Rumpfmuskeln optimal gestärkt werden können. Die Maximalkraft spielt dabei keine wesentliche Rolle.

Achja, was mich persönlich betrifft:
Ich reite seit ein paar Jahren leider – aus Zeitgründen – nur noch sehr sporadisch, erwäge aber, es wieder regelmässig in Angriff zu nehmen. Mir hat ein Orthopäde nämlich bestätigt, dass ich wegen meines Bandscheibenvorfalls längst auf dem OP-Tisch läge, wenn ich nicht durch das Reiten (und später das Klettern) eine so gut ausgeprägte Rückenmuskulatur hätte.

Du möchtest mehr übers Reiten (-lernen, -anfangen, …) wissen?
Schreib mir doch gerne! Entweder unten ins Kommentarfeld oder per Mail über mein Kontaktformular.

3 thoughts on “Klettern und Reiten”

  1. Ahoi,
    Ich kletter er selber. Meine Tochter 8 reitet.
    Wir suchen ein gemeinsames Reiseziel.
    Reiten in den Bergen, mit Unterkunft….
    Vielleicht hast du einen Tipp.
    Grüß Chris

  2. Hi Micha,

    endlich habe ich Deinen Artikel mal gelesen 🙂 Besonders das Zitat gefällt mir. Ich hoffe, Du schaffst es tatsächlich bald wieder mehr in den Sattel. Bei mir ist es derzeit eher umgekehrt. Leider weniger Wanderlebnisse 🙁

    Liebe Grüße
    Saskia

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