Informationsflut vs. Informationsdefizit

Wenn Du heute anfĂ€ngst zu Klettern, lebst Du eigentlich in paradisischen Zeiten: Es gibt fast ĂŒberall Klettermöglichkeiten (Hallen), es gibt etliche zusĂ€tzliche Trainingsmöglichkeiten (Slackline, Sling, Griffboards, Yoga) und Du findest jegliche Information zum Thema Technik, Training und «besser Klettern» im Internet.

Dieser Vorteil kann sich schnell in einen riesigen Nachteil wandeln. Denn manchmal schaden zu viele Informationen. Soll ich jetzt KlimmzĂŒge zusĂ€tzlich zum Klettern machen? Wie viele? Wann? Oder lieber am Griffboard? Oder doch Bouldern? Letztens habe ich gehört, die 45°-Wand ist noch besser als Bouldern….

Was also tun? Manchmal habe ich das GefĂŒhl, dass zu viele Möglichkeiten und Optionen zu immer weniger Handlung und tatsĂ€chlicher TrainingstĂ€tigkeit fĂŒhren. Und dazu, dass Trainingsmethoden zu frĂŒh abgebrochen werden, weil dann lieber noch etwas anderes probiert wird. Manchmal its es sinnvoller, eine Methode konsequent durchzufĂŒhren, die nur zu 80% richtig ist, als eine 100% richtige nach einer Woche mangels Ergebnisse abzubrechen. Der Begriff «Training» soll hier nicht gleichgesetzt werden mit «Blut und Schweiss», sondern mit der geplanten Verbesserung von FĂ€higkeiten. Das geht auch mit kleinen Änderungen in der Herangehensweise an einen Klettertag.

Zu viele Informationen erschweren auch die Suche nach der tatsÀchlichen Ursache von Leistungsdefiziten. Wenn ich als Kletterer sowieso schon mit schlechter Technik klettere, dann hilft mir ein noch besseres Krafttraining vielleicht dabei, mehr Kraft zu bekommen. Ob das jedoch meine Kletterleistung verbessert, ist mehr als fraglich.

Folgende Tipps fallen mir spontan ein, um mit dem InformationsĂŒberfluss umzugehen:

    • Finde Deine SchwĂ€chen! Sei ehrlich zu Dir und frage andere, was Dir wirklich helfen wĂŒrde.
    • BeschrĂ€nke Dich auf wenige Dinge (eins reicht inder Regel) , die Du umsetzen möchtest. Gib Dir dann mindestens 8 Wochen Zeit, diese umzusetzen.
    • Suche dann keine weiteren Informationen, sonder mach etwas!
    • Achte darauf, dabei nicht in alte Gewohnheiten zurĂŒck zu fallen.
    • Wenn Du Deinen grössten Schwachpunkt identifiziert hast, dann suche einmal alle notwendigen Informationen, um Deinen Schwachpunkt aufzupolieren. Du willst eine konkrete, Schritt fĂŒr Schritt Anleitung!
    • Verzettel Dich dabei nicht in widersprĂŒchlichen Informationen!
    • Denke immer daran: Manchmal ist «Machen» effektiver als «Wissen»…

Auf gehtÂŽs!