Feldbrunnen

Ein «Plan B» muss nicht zwangsläufig «Zweite Wahl» bedeuten…

Angesichts der Umstände – unsichere Wetterlage einerseits und Schulferien in den drei grössten Bundesländern von Schland (wer plant eigentlich so einen Schwachsinn?!?), damit einhergehend entsprechendem Andrang in den einschlägigen Bouldergebieten wie Murgtal oder Magic Wood – musste ich etwas umplanen und etwas Ebenbürtiges suchen.
Solothurner Megalithweg Schildchrott

Der Solothurner Jura, so auch der Name des einschlägigen Kletterführers, ist ja eigentlich ein grosses Kalkklettergebiet.  Betrachtet man dort die Landeskarte näher, stösst man immer wieder auf den Begriff «Erratischer Block».
Und es überrascht dann auch nicht weiter, dass bei Feldbrunnen-Sankt Niklaus ein geologischer Rundweg angelegt wurde – der Solothurner Megalithweg.
Der führt damit nämlich genau durch das Bouldergebiet…

Die Wälder um Solothurn – und übrigens auch im westlichen Aargau, so z.B. der «Alstom-Block» – beherbergen zahllose Findlinge oder erratische Blöcke, die vom Rhonegletscher im Laufe der letzten Eiszeiten aus den Walliser Alpen hierher transportiert wurden.
Gut für uns Boulderer also, haben wir hier also ähnliche Gesteinsverhältnisse wie unmittelbar am Alpenhauptkamm!

Koordinaten 608’502 / 230’969 – Block «Schildchrott», 487 m ü.M.
Parkplatz 608’575 / 230’880 oder am Schloss Waldegg
Zugang Am einfachsten den weiss-grünen Wandermarkierungen folgen:
Solothurner Megalithweg Wegweiser
Geocaches Geocaches als Liste | auf der Karte

Die bimano-App, die auch – neben dem bimano-Webarchiv – Topos liefert, weist insgesamt rund 70 Boulderprobleme in den Schwierigkeitsgraden 3 bis 7b+ aus; es ist also im Prinzip für jeden etwas geboten.
Allerdings sollte man fairerweise erwähnen, dass die Bewertungen doch als relativ hart anzusehen sind, da die Probleme meist sehr technisch-athletischer Natur an Platten und Slopern sind. Wer mit purer Arm- und Fingerkraft arbeitet, hat unter Umständen ein kurzes Vergnügen, da das erstaunlich rauhe Gestein erbarmungslos die Fingerhaut herunterschabt…

Namenloser Findling Vorderseite Namenloser Findling Rückseite
Chli Matterhorn Vorderseite Chli Matterhorn Rückseite


Ha mi gfreut wie es chli Chind ufem Gigampfi...

Diese drei Blöcke lassen sich auf einem wenige hundert Meter kurzen Rundkurs (Parcours?) «bearbeiten». Wer mehr will, muss etwas weiter laufen und die übrigen, teilweise niedrigeren und in der Vegetation versteckten, Blöcke suchen.
Eine entsprechende Skizze in der bimano-App hilft dabei; etwas unglücklich ist dabei allerdings, dass die Blöcke in der App andere Namen tragen als auf den Infotafeln. Hier eine kleine «Übersetzungshilfe»:

Koordinaten Nr./Name bei bimano Nr./Name auf Infotafel
608’502 / 230’969 9 – «Hai/Elefant» 3 – «Schildchrott»
608’339 / 230’869 7 – «Matterhörnli» 7 – «Namenloser Findling»
608’063 / 230’525 2 – «Hardcore-Block» 8 – «Chli Matterhorn»

Es empfiehlt sich übrigens definitiv, eine Bürste – es darf ausnahmsweise, weil Granit, auch eine Drahtbürste sein – mitzubringen; einerseits, um allfälliges Moos zu entfernen, denn die Blöcke bleiben im dichten Wald nach Regen längers feucht und setzen entsprechend recht schnell Bewuchs an. Andererseits sollten auch dringend Tickmarks und Chalkspuren nach der sportlichen Betätigung wieder entfernt werden – denn hier sind die Boulderer nicht einfach unter sich, sondern eben wegen des Lehrpfades sind hier auch viele Spaziergänger unterwegs, die u.U. an Magnesia-Spuren auch Anstoss nehmen könnten.
Abgesehen davon ist – weil eben Granit! – die Benutzung von Chalk ohnehin nicht oder nur sehr sparsam dosiert erforderlich!

Also, kurzum: Interessante Boulderprobleme in tollem Granit, der den Vergleich mit dem in den «Mainstream-Gebieten» nicht zu scheuen braucht – und dabei weit weniger Andrang!

Tipp: Wer eher Mehrseillängen mag und ein geeignetes Klettergspänli mitbringt, sollte auch diese Gegend ansteuern – keine drei Kilometer entfernt liegen nämlich die schöne Balmflue und der Eulengrat:
Balmflue