Falscher Kogel

Nach unserem Schnee-Debakel am Aggenstein vor zwei Monaten war jetzt der (fast) richtige Beginn der Alpinklettersaison gekommen.

Der Wetterbericht sagte zwar Regen für den Nachmittag an, was uns aber nicht von einer kurzen Tour abhielt – zum Falschen Kog(e)l, Nordwand, in den Lechtaler Alpen.

Falscher Kogel Nordwand

“Kurz” deswegen, weil der Zustieg vom Hahntennjoch in Richtung Anhalter Hütte in rund 50 Minuten zu bewerkstelligen ist.
Beim Anblick der grasigen Südwand stellt man sich zwar die Frage, ob sich selbst dieser kurze Weg überhaupt lohnt – aber, siehe Fotos, die Nordwand ist umso attraktiver.

Allerdings brauchten wir für die Querung des Schneefeldes am Wandfuss auch noch ein paar Minuten, da der angetaute Firn auf dem Schotteruntergrund nicht ganz ohne war.

Wir haben uns dann entschieden:

Route Rampenweg
Schwierigkeit UIAA III+
Seillängen 9 II / III / III+ / III / III / III / II / III / III
Material 60m Doppelseil, Keile, Friends, Schlingen
Einstieg 2160m ü.A. N 47.29539 E 10.66325 Details
Gipfel 2388m ü.A. Falscher Kog(e)l

Das ist die Route rechts entlang der markanten Rissverschneidung, die ungefähr in der Bildmitte zu sehen ist.

Eine gemütliche Eingehtour also, klettertechnisch wirklich nicht schwierig, aber von der Ernsthaftigkeit nicht zu unterschätzen:
Es gibt jeweils einen (1) gebohrten Standhaken und dazwischen findet man nur sporadisch einen – allerdings manierlich aussehenden – Normalhaken.
Keile und Friends sollten also unbedingt dabei sein, wenngleich die Möglichkeiten, was zu legen, wiederum recht begrenzt sind.

In der 2. SL – den einzigen Zwischenhaken erkennt man am Seilverlauf. Links der Bildmitte ist der Helm meiner Nachsteigerin erkennbar… 😉

Wir hatten es leider nur wegen des pünktlich um 14 Uhr einsetzenden Regens nur bis zur vierten Seillänge geschafft und mussten abseilen. Dies empfiehlt sich übrigens nur im Notfall, da man sich sonst nur unnötig mit Steinen bewirft und das Seil ständig an irgendwelchen Minizacken hängenbleibt.
Der reguläre Ausstieg erfolgt knapp neben dem Gipfelkreuz mit Fussabstieg über den Normalweg – den bin ich tags zuvor gegangen; bei der Gelegenheit entstanden auch obige Fotos (falls sich jemand wegen des wolkenlosen Himmels über unseren Abbruch wundern sollte).

Kletterführer: Panico “Lechtaler Alpen – Alpine Ziele
Die Nordwand bietet noch zwei/drei andere Routen von UIAA V bis VI:
Topo Falscher Kogel Terrassenwanderung und Direkte Nordwand

 

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