Cimaganda

Es muss nicht immer Magic Wood* oder Val di Mello sein…

Genau dazwischen – sowohl streckenmässig (45 km vom Magic Wood entfernt) als auch grössenmässig – liegt nämlich ebenfalls ein sehr schönes Granit-Bouldergebiet, das sich vor seinen trendigen “Kollegen” gar nicht verstecken braucht.

Ortseingang Cimaganda

Schon auf der Anfahrt über den Splügenpass wird man von unzähligen Blöcken förmlich begrüsst.
Wenn man dann mal die unzähligen Kurven und Kehren hinter sich gelassen und auf rund 900 Metern über dem Meeresspiegel angekommen ist, kann man sich kaum sattsehen.

Die markante Hängebrücke am Eingang zum Bouldergebiet
Die markante Hängebrücke am Eingang zum Bouldergebiet

Die nördlichen Sektoren
Die nördlichen Sektoren”Fiume” und “Cantina”

Für Erfrischung ist so-oder-so gesorgt.
Für Erfrischung ist so-oder-so gesorgt.

Eingang zum Sektor
Eingang zum Sektor “Pratone”

Überblick vom Parkplatz aus
Überblick vom Parkplatz aus

Immer den Wandermarkierungen der Via Spluga folgen...
Immer den Wandermarkierungen der Via Spluga folgen…

Es sind an einhundert Blöcken, verteilt über 5 Sektoren, derzeit knapp 350 (!) Linien definiert. Der Schwerpunkt der Schwierigkeitsgrade liegt im 6er-Bereich, wobei ich vor Ort das Gefühl hatte, dass die Bewertung eher hart ist.

Hier gibt es also durchaus eine lange To-Do-Liste für ein Wochenende oder länger – umso unverständlicher ist es, dass dieses Gebiet eher selten besucht wird; einige Linien setzen schon wieder deutlich Moos an – also Bürste nicht vergessen!
Und selbst für Lauffaule ist gesorgt: Der Zustieg vom Parkplatz in der Ortsmitte bis zu der markanten Brücke bei den ersten Blöcken (Koordinaten: N46.37114 E9.35813) beträgt gerade einmal gemessene 360 Meter, zudem noch gut ausgeschildert, da das Bouldergebiet direkt am Fernwanderweg “Via Spluga” liegt (man könnte also sogar vom Magic Wood hierher wandern 😀 ).

Was man übrigens auch nicht vergessen sollte, sind warme bzw. zumindest winddichte Klamotten. Der Wind, der hier durch die Schlucht pfeift, ist ja im Hochsommer eine willkommene Erfrischung; ansonsten ist er eher bissig kalt und kann einem leicht eine Erkältung bescheren, wenn man verschwitzt rumsteht…

Boulderführer: Wer beabsichtigt, im Val di Mello zu bouldern, beschafft sich ohnehin den dicken Wälzer “Mello Boulder“, in dem auch dieses Gebiet beschrieben ist.
Es gibt aber auch ein 1seitiges PDF-Kurz-Topo.

Das Örtchen Cimaganda wirkt und ist eher “verschlafen”; Lebensmittelgeschäfte und Übernachtungsmöglichkeiten findet man eher im Nachbarort Campodolcino, wo sich auch – wer hätt’s gedacht – ein weiteres Bouldergebiet (“Prestone”) befindet.

Camping-Tipp:
Ich empfehle den Camping Acquafraggia; dieser liegt nicht nur auf halbem Weg zwischen Cimaganda und dem Val di Mello, sondern ist auch ausgesprochen “kletterer-freundlich” – auf deren Internetseite finden sich Topos und Infos über Neutouren in der Region.

Achja, am Splügenpass selbst kann man sich auch den einen oder anderen netten Granitblock vorknöpfen:

* Fussnote zum Magic Wood:
Ich habe mich abends noch mit Thomas Saluz (Bodhi Camping) unterhalten – der “Zauberwald”, besser gesagt dessen Infrastruktur, platzt allmählich vor lauter Besuchern aus allen Nähten…

Nachtrag nach einem Dreivierteljahr: Auch die Zeitschrift klettern in der Ausgabe 6/2017 ist “auf den Geschmack gekommen”… habt ihr Redakteure euch etwa hier ne Anregung geholt? 😉

 

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