Bützi und Stockflue

Nachdem ich am 01.08. leider arbeiten musste und keine Zeit für eine Feiertagstour hatte, musste diese dringend nachgeholt werden. Aus chronischem Zeitmangel war das eine Spontanentscheidung ohne grosse Planung – aber spontane Ideen sind ja bekanntlich meistens die besten…

Gut, es ging also heute nach Brunnen SZ, wo einem beim Blick in Richtung Rigi gleich zwei Felszacken ins Auge stechen:

Da muss ich rauf!
Die Tour mit rund 750 Höhenmetern Aufstieg scheint sowas wie ein Geheimtipp zu sein, immerhin ist sie nicht im – sonst so ausführlichen – SAC-Clubführer notiert.

Also Parkplatz suchen (gar nicht so einfach – an der Talstation der Urmibergbahn gibt’s nur wenige) und einfach mal den – zunächst weiss-rot-weissen Wanderweg folgen. Auf einer Höhe von 630 m.ü.M., bei 687’968 / 206’603 findet man dann eine Abzweigung nach rechts, die zur weiss-blau-weissen Aufstiegsvariante führt – jetzt wird’s interessant!

Dank der dichten Bewaldung sieht man eigentlich unterwegs kaum bis gar nicht, wo denn jetzt der Wandfuss und wo der Gipfel liegt. Das ändert sich nach einer kleinen Kurve dann, wenn man plötzlich vor einem drahtseilversicherten Stück Fels steht:

Klettergurt und Klettersteigset (ich hatte meines vorsichtshalber dabei) brauchen hier noch nicht unbedingt angelegt werden; es geht nur ein paar Meter um die Ecke, und anschliessend über und zwischen “begrünten” Felsstufen aufwärts, bis sich man mehr oder weniger unverhofft auf dem Gipfel des Bützi (ohne Kreuz, aber mit Gipfelbuch) steht:

Nach dem ersten Genuss des Ausblicks über den Vierwaldstättersee – vorher sieht man dank des Waldes nicht viel – geht es dann gleich wieder auf den (Zwischen-)Abstieg, der gleichzeitig die Schlüsselstelle der gesamten Tour darstellt:

Hier darf und sollte man getrost das Klettersteigset zwecks Sicherung zum Einsatz bringen! Ein beherzter Griff ins Stahlseil kann nützlich sein, insbesondere für kleinere Personen, denn die an sich ganz guten Griffe und Tritte liegen recht weit auseinander. Dank meinem “Affenindex” konnte ich das Stahlseil buchstäblich links liegen lassen und frei abklettern. Dennoch wäre diese Stelle, klettertechnisch gesehen, für einen Aufstieg schöner.

Kaum diese 10-15 Meter weiter unten angekommen, geht es auch gleich schon wieder aufwärts in Richtung Stockflue – zunächst wieder ein kurzes Stück durch den Wald, danach folgt aber die meines Erachtens schönste Teilstrecke der gesamten Tour:

Links: Immer wieder findet man kleine Verschneidungen und Kamine entlang des markierten Wanderwegs.
Rechts: Die wunderschöne Schlüsselstelle – eine rauhe plattige Verschneidung mit vielen Wasserrillen und Löchern…

Nach dieser Kletterei (ungefähr im 2.-3. UIAA-Grad) erreicht man die Fluehütte bei 687’810 / 207’235, wo man eine Entscheidung fällen darf – entweder links herum, dem weiss-blau-weiss markierten Weg folgen oder rechts der Hütte den letzten Gipfelaufschwung nehmen:

In der Variante gibt es allerdings keine Markierungen. Der logische Weg führt so etwa, zunächst leicht links haltend (auf dem Foto zwischen Hütte und Schweizerfahne) und dann in einem Rechtsbogen auf den Gipfel der Stockflue auf 1.137 m.ü.M.

Der weiss-blau-weisse “Normalweg” führt über eine drahtseilversicherte Passage mit einer Leiter auf den Gipfel. Weniger schön, weil aufgrund der Seilbahnnähe recht häufig begangen und dementsprechend abgeschmiert und daher unangenehm.

Der Stockflue-Gipfel bietet dann ein herrliches Panorama, über den Vierwaldstättersee, den Rotstock und den Fronalpstock:

Das Gipfelkreuz wurde übrigens erst im Jahr 2014 aufgestellt und ist daher noch nicht auf der LK verzeichnet.

Der Rückweg ist eher unspektakulär: Vom Stockflue-Abstieg entdeckt man schon wieder “echte” Wegweiser; man orientiert sich einfach in Richtung Bergstation der Seilbahn, kann sich noch im Bergrestaurant Timpelweid verpflegen und schliesslich den weiss-rot-weissen Wanderweg ins Tal nehmen.

Blick auf Bützi und Stockflue
(Rück-)Blick von der Seilbahnstation aus. Im Hintergrund rechts, direkt oberhalb des Sees, ist das Klettergebiet Axenstrasse zu sehen.

Die Bergstation ist übrigens auch Ausgangspunkt für weitere Touren – z.B. zur Rigi Hochflue, die interessante Kletterrouten in ebenso wasserrillendurchzogenen Kalkplatten bietet – näheres hierzu im Kletterführer “Schweiz plaisir OST“.

 

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