Schaffe Dir Alternativen

Klettern ist anders als z.B. Laufen. Beim Laufen gibt es eine oder zwei Techniken, an die der Sportler sich annähern kann. Beim Klettern gibt es so viele verschiedene Techniken, dass nicht nur unmöglich ist zu entscheiden, ob die angewandte Technik jetzt richtig ausgeführt wurde, sondern sogar, welche Technik nun überhaupt die Beste ist…

Diese verwirrenden Möglichkeiten sollen Dich jedoch nicht verwirren oder gar entmutigen. Im Gegenteil, denn sie machen Hoffnung: Es gibt für jede Kletterstelle unzählige Möglichkeiten! Eine davon wird bestimmt für Dich passen. Mit diesem Gedanken im Kopf musst Du nicht mehr nach «der perfekten Technik” oder der idealen Lösung suchen. Woher weißt Du am Ende, ob an der einen Stelle «Eindrehen» die ideale Lösung ist? Oder ob es nicht etwas besseres gibt? Ob die Bewegung für Deine Möglichkeiten optimal ist?

Wichtig: Löse Dich einmal ganz bewusst von der Denkweise «Das musst Du so machen!». Diesen Satz hörst Du beim Klettern oft. Zu oft, nach meiner Meinung!
Bei dem Satz denke oder sage ich übrigens meist: «Nen Scheiss muss ich!»

Als Trainingstipp folgt daraus fast automatisch, dass Du einmal versuchen sollst, ob es nicht für die ein oder andere «Problemstelle» eine andere (nicht bessere!) Lösung gibt. Als Anregung hierzu:

  • Kannst Du Griffe auslassen?
  • Musst Du Dich eindrehen / etwas anderes machen?
  • Was geht noch?
  • Handwechsel vorher / nachher / an der Stelle?
  • Dynamisch?
  • Schneller / langsamer Klettern?

Je mehr Alternativen Du an leichten Stellen ausprobierst, desto mehr Bewegungsmöglichkeiten eröffnest Du Dir für die nächste Problemstelle.

Und achte einmal darauf, wie oft Du den Sätze wie «Das geht nur so / Da musst Du / Das geht so nicht» beim Klettern hörst, denkst oder gar sagst!