Aggenstein Nordwand

Nach der Aggenstein-Südwand zum Sonne-tanken Ende Juni brauchten wir diesmal das Gegenteil, ein schattiges Eckchen – es waren nämlich wieder einmal deutlich über 30°C angesagt.

Also nochmal den Aggenstein in Angriff genommen; diesmal die Nordwand:

Aggenstein Nordseite

Bequemlichkeits- und hitzebedingt haben wir uns gleich den Aufstieg verkürzt und haben uns mit der Breitenbergbahn an den Fuss des Aggensteins chauffieren lassen. Die restlichen 160 Höhenmeter über den nördlichen Normalweg, den sogenannten “Langen Strich”, waren rasch bewältigt und dann standen wir auch schon am Einstieg der markantesten Route – des Nordwestgrats.

Aggenstein Nordwand

Route Nordwestgrat
Schwierigkeit UIAA IV
Seillängen 6-8* III+ / III / IV / II / IV / III+
Material 60m Doppelseil, 8 Exen, Keile, Friends Schlingen
Einstieg 1815m ü.A. N 47.53791 E 10.55667 Details
Ausstieg 1981m ü.A. N 47.53744 E 10.55771 Ndl. Vorgipfel

Wie der Routenname schon andeutet, erwartet einen hier die logische Linie immer entlang des markanten Grates, zwei mal durch das Verschneidungssystem, bis man schliesslich irgendwann auf dem nördlichen Vorgipfel – orographisch links vom Gipfelkreuz – ankommt.

Aggenstein Nordwestgrat
In der 2. SL, III – Blick nach unten…
Aggenstein Nordwestgrat
Aus der Sichererperspektive – sieht steiler aus, als es ist

… übrigens im grösstenteils festen, stellenweise wirklich exzellenten Kalk mit vielen Henkeln – optimalerweise genau in den jeweils ca. 10m langen Vierer-Stellen – und überraschend wenig Geröll zwischendrin.

Aggenstein Nordwestgrat, ausgesetzt
Es erwarten einen auch wunderbare ausgesetzte Tiefblicke!

* “Offiziell” hat die Route sechs Seillängen; man liest aber im Netz auch von sieben oder mehr. Wir haben letztendlich 8 SL draus gemacht, um die Seilreibung aufgrund einiger Querungen gering zu halten. Die Absicherung ist nach meinem Geschmack genau richtig – geklebte Zwischenhaken (insgesamt 9 Stück) sowie einige alte rostige Schlaghaken stecken dort, wo man sich mit mobilen Sicherungsmitteln schwertut. Ansonsten kann man sich in den unzähligen Rissen und Spalten selber ziemlich einfach das Leben erleichtern.

Mobile Sicherungen am Nordwestgrat
Keile und Friends dürfen auch mal wieder an die frische Luft 😉

Die Standplätze bestehen entweder aus je einem geklebten Muniring oder zwei geklebten Haken. Andernfalls, sollte man sich selber einen Zwischenstand einrichten wollen, kann man sich problemlos mit Keilen, Friends und Köpfelschlingen auch selber was bauen.

Am Ausstieg auf dem Vorgipfel darf es sich der Vorsteiger dann sogar bequem machen, endlich die Schuhe ausziehen und sich entspannt zurücklehnen:

Ein sogenannter Liegestand… 😉

Der Abstieg erfolgt dann wieder über den Normalweg – links über den “Langen Strich” zurück zur Breitenbergbahn oder alternativ rechts rum zur Bad-Kissinger-Hütte.

An Führerliteratur empfehle ich übrigens wärmstens den Kletterführer “Klettern rund um den Aggenstein” von Toni Freudig – zum einen sind dort sämtliche Routen beschrieben (und nicht nur eine seltsame Auswahl, wie im Panico-Exemplar) und zum anderen handelt es sich dabei um Infos aus erster Hand, da Toni einige Routen am Aggenstein erstbegangen und saniert hat!

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